3.1 Die außerirdischen Engel in der Urgeschichte

Wenden wir unseren Blick von den Gott ergebenen Engeln ab, und wenden wir uns dem Wirken der Dämonen und dem Teufel, dem sie dienen, zu. Als Gott die ersten Menschen, Adam und Eva, geschaffen hatte, setzte er sie in einen großen Garten. Der Garten wurde auch Eden genannt. In diesem Garten gab es viele Früchte, die den Menschen als Nahrungsquelle dienten. Doch pflanzte noch einen anderen Baum in diesen Garten. Den Baum der Erkenntnis:

1Mo 2,16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du gewißlich sterben!

Gott verbot Adam und seiner Frau ausdrücklich von diesem Baum zu essen. Da der Mensch, wie die Engel, einen freien Willen hat, musste Gott ihn prüfen, ob er Gott wirklich treu bliebe. Gott liebt die Menschen, aber er wünscht sich auch, dass die Menschen Ihn lieben (5Mo 6,5). Erzwungene Liebe will Gott nicht. Liebe ist immer freiwillig und indem Gott dem Menschen die Wahl zwischen Ihm und seiner persönlichen Freiheit ließ, zeigte er, dass sich der Mensch durchaus gegen Ihn entscheiden konnte. Allerdings beinhaltete das nicht-gehorsam-sein den Tod.

Wir wissen nicht, wie viele Tage zwischen dem Gebot vergangen waren. Aber jemand benutzte eine Schlange als Medium, um die Menschen dazu zu verführen, von dem Baum zu essen:

1Mo 3,1 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, daß ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? 2 Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3 aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Eßt nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt! 4 Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 5 Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist! 6 Und die Frau sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.

599985_web_R_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de
by_Dieter Schütz_pixelio.de

7 Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, daß sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze. 8 Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. 9 Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du? 10 Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen! 11 Da sprach er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? 12 Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! 13 Da sprach Gott der Herr zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen! 14 Da sprach Gott der Herr zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 16 Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! 17 Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; 18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du [dein] Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren! 20 Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. 21 Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. 22 Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was gut und böse ist; nun aber — daß er nur nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! 23 So schickte ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. 24 Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.

Hinter dieser Schlange steckte der Teufel, der Anführer der Dämonen (Offb 20,2). Er verführte die Menschen, von dem Baum zu essen. Dadurch kamen die ersten Menschen unter die Sünde, die Trennung von Gott. Sie mussten den Garten verlassen. Doch als Gott die Flüche über Adam und seine Frau Eva aussprach, gab er ihnen auch ein Versprechen mit: Einer ihrer Nachkommen würde letztendlich alles wieder zurückbringen, was Adam und Eva verloren hatten. Er würde auch den Satan vernichten, dabei aber eine tödliche Wunde erhalten. Mit dieser Hoffnung im Herzen, konnte das erste Menschenpaar weiterleben. Trotz des Verlustes, den sie in Kauf nehmen mussten, hatten sie die Erwartung, dass sich eines Tages alles wieder zum Guten wenden würde.

So vergingen viele Jahre, und die ersten Menschen zeugten Nachkommen, die wiederum Nachkommen zeugten. Die Erde begann sich zu füllen. Adam und Eva starben.

Doch der Satan und die Dämonen hatten ebenso Gottes Versprechen gehört, als Gott den ersten Menschen sagte:

1Mo 3,15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Danach mehrte sich die Menschheit und es trug sich folgende Geschichte zu:

1Mo 6,1 Und es geschah, als sich die Menschen zu mehren begannen auf der Erde und ihnen Töchter geboren wurden, 2 da sahen die Gottessöhne, daß die Töchter der Menschen schön waren, und sie nahmen sich von allen jene zu Frauen, die ihnen gefielen. 3 Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer mit dem Menschen rechten, denn er ist [ja] Fleisch; so sollen seine Tage 120 Jahre betragen! 4 In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch später noch, solange die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen kamen und diese ihnen [Kinder] gebaren. Das sind die Helden, die von jeher berühmte Männer gewesen sind. 5 Als aber der Herr sah, daß die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse, 6 da reute es den Herrn, daß er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen. 7 Und der Herr sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe!

568944_web_R_by_Günter Havlena_pixelio.de
by_Günter Havlena_pixelio.de

Die Dämonen, ehemalige „Gottessöhne“, nahmen sich Menschenfrauen zu ihren Ehefrauen und zeugten Nachkommen. Diese Nachkommen waren eine Hybridrasse zwischen Mensch und Engel. Die Nephilim. Sie waren außergewöhnlich groß und stark. Und wie ihre Väter waren sie durch und durch böse. Diese „Helden“ bilden auch den Ursprung der Göttergeschichten der Antike. Sie wurden von Babylon aus, das kurz nach der Sintflut entstand, in die ganze Welt getragen. Es gibt in der antiken Literatur viele Erzählungen, in denen Götter auf die Erde kommen, sich Menschenfrauen nehmen und Halbgötter zeugen. Denken wir an Herkules oder den Göttervater Zeus, der regelmäßig mit Menschenfrauen fremdging.

Angemerkt sei: Diese Deutung ist in der Kirche umstritten. Manche Ausleger gehen davon aus, dass es sich bei den Söhnen Gottes nicht um Engel, sondern um Nachkommen der Linie Sets gehandelt haben soll. Diese These ist umstritten, aber der Schreiber dieser Zeilen hält die Engelthese für logischer. Der Leser sollte sich sein eigenes Urteil bilden.

(Wer sich umfassender darüber informieren will, kann HIER einen Vortrag dazu kostenlos und unverbindlich herunterladen.)

Die Dämonen hatten es also offensichtlich geschafft, die Blutlinie vieler Menschen zu verderben. Vielleicht hofften sie so, verhindern zu können, dass ein Nachkomme Evas Gottes Plan von der Herstellung des Menschen und der Schöpfung verwirklichen würde. Gott beschloss einzugreifen und alles Leben von der Erde zu vertilgen. Alle, bis auf Noah, seine Familie und einige Tiere:

1Mo 6,8 Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn. 9 Dies ist die Geschichte Noahs: Noah, ein gerechter Mann, war untadelig unter seinen Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott. 10 Und Noah hatte drei Söhne gezeugt: Sem, Ham und Japhet. 11 Aber die Erde war verderbt vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Frevel. 12 Und Gott sah die Erde an, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf der Erde. 13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch sie mit Frevel erfüllt, und siehe, ich will sie samt der Erde vertilgen! 14 Mache dir eine Arche aus Tannenholz; in Räume sollst du die Arche teilen und sie innen und außen mit Pech überziehen.

329516_web_R_K_by_tirot_pixelio.de
by_tirot_pixelio.de

Noah sollte eine Arche bauen, ein gewaltiges Schiff, dass ihn, seine Familie und viele Tiere retten sollte. Gott wollte eine Flut über die Erde bringen, weil die ganze Erde „verderbt“ und „erfüllt mit Frevel“ (d. h. Übermut, Gewalttat, böser Wille) war. Noah gehorchte Gott und baute dieses Schiff. Nachdem er und seine Familie mit den Tieren in die Arche gegangen war, kam die Flut. Sie brachte alle Lebewesen um:

1Mo 7,21 Da ging alles Fleisch zugrunde, das sich regte auf der Erde: Vögel, Vieh und wilde Tiere und alles, was wimmelte auf der Erde, samt allen Menschen; 22 und es starb alles, was Lebensodem hatte auf dem trockenen Land. 23 Er vertilgte alles Bestehende auf dem Erdboden, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und zu den Vögeln des Himmels — alles wurde von der Erde vertilgt; nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war. 24 Und die Wasser blieben hoch über der Erde, 150 Tage lang.

456733_web_R_K_by_Almut Bieber_pixelio.de
by_Almut Bieber_pixelio.de

Gott machte mit Noah einen Neustart. Wir können, ja müssen, davon ausgehen, dass die Blutlinie von Noah genetisch rein war. Noahs Nachkommen sollten die Erde bevölkern. Gott bestimmte, dass sie die ganze Erde füllen sollten, als er den Segen über Noah, seine Nachkommen und die Tiere aussprach. Sie sollten sich die Erde wieder untertan machen und sich verteilen (1Mo 9,1). Doch ein Nachkomme, Nimrod, eines Sohnes von Noah zettelte eine erneute Rebellion gegen Gott an. Hinter ihm standen auch wieder, wie soll es anders sein, die Dämonen. Die Rebellion fand beim berühmten „Turmbau zu Babel“ statt. Von dort aus breitete sich nach der Sprachverwirrung die dämonische Lehre über die ganze Welt aus.

Das Wirken dieser gefallenen Engel war auch nach der Sintflut nicht vorbei. Durch die Jahrhunderte hindurch begleiteten sie die Menschheit. Sie können sich nach wie vor in „Licht kleiden“; darum überrascht es nicht, dass es schon bei den antiken Ägyptern und Römern Lichterscheinungen am Himmel gab. Engel sind himmlische Wesen – daher tauchen sie auch bevorzugt am Himmel auf. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Nächste Seite